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Konzept
Der im Kyoto des 18. Jahrhunderts geborene
Jakuchu Ito hat mit seiner Ästhetik und originellen Ideen zahlreiche Werke
geschaffen. Diese sind weit entfernt von der Denkweise und dem Verständnis
unserer Zeit. So können sie uns vielleicht den Weg weisen zu einer neuen
Methodologie des Verständnisses für die Welt des 21. Jahrhunderts. Auf
sechs Plasmadisplays, die als digitale Stellschirme fungieren, wurde die Welt
des Jakuchu Ito rekonstruiert.
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Aus der Fusion von modernster Technologie mit der
vom Duft der Edo-Zeit behafteten Ästhethik ist ein neues Kunstwerk entstanden. |
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Jakuchu
Ito (1716-1800)
Der Maler Jakuchu hat im Kyoto des 18. Jahrhunderts, zur Mitte der Edo-Zeit, gelebt.
In seinen späten Zwanzigern hat er bei einem Vertreter der Kano-Schule Malerei
studiert, doch dann dieser Schule den Rücken gekehrt, um als Maler eigene
Wege zu gehen. Dies geschah, weil die Malerei der Kano-Schule lediglich aus dem
Abmalen von Kopien alter chinesischer und japanischer Vorbilder bestand.
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Jakuchu hörte gänzlich auf, chinesische
Malerei nachzuahmen, und verbrachte seine Tage damit, die Blumen, Bäume,
Vögel, Insekten sowie die eigenen Hühner im Garten zu beobachten. Er
malte, was er mit seinen eigenen Augen sah. Eben mit seinen Augen, und nicht mit
denen eines Angehörigen aus einem anderen Land. Aus dieser Einstellung heraus
entstanden seine vielgerühmten, einzigartigen Bilder. |
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Jakuchu
und Digitalität
Jakuchu hat vor mehr als 200 Jahren in einer Weise gemalt, die der heutigen Idee
von der Digitalität nahe kommt. So hat er zum Beispiel ein Motiv in Raster-Einheiten
zerlegt und diese nach seinem eigenen Kriterien wieder zusammengefügt. Diese
Methode entspricht ganz der digitalen Vorgehensweise, bei der ein Motiv mittels
Digitaltechnologie erfasst und durch einen aus Ansammlung von Pixel bestehenden
Display zusammengesetzt und wiedergegeben wird.
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Ferner hat Jakuchu Detaildarstellungen von Tieren
und Pflanzen gemalt, die er unendlich vervielfältigte und wiederholte und
damit das Bild bis zum letzten Rand ausfüllte. Auch dies kommt dem digitalen
Konzept der heutigen Informationsgesellschaft gleich und erinnert an Computergraphiken
und das Internet. Es scheint, als habe er schon vor 200 Jahren die heutige Welt
vorweggenommen.
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Die digitale Idee und Methode von Jakuchu, die durch
sein erstaunliches Talent möglich wird, erinnert exakt an die heutige Digitaltechnik,
mit der wir die Werke von Jakuchu rekonstruiert haben. |
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Technologie
Auf den sechs Plasmadisplays sind Bilder zu sehen, die mittels Computergraphik
auf sechs einzelnen Computern erzeugt werden. Bilder und Musik auf den sechs Bildschirmen
sind durch einen Hostcomputer alle 1/30 Sekunden synchron geschaltet. Die Computergraphik
wird durch die Programmiersprache DirectX erstellt, die u.a. auch für TV-Spiele
verwendet wird.
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Feinste Bewegungen, wie die zwischen den Blumen tanzenden
Schmetterlinge oder herabfallende Blätter, werden in Echtzeit durch physikalische
Berechnung automatisch erzeugt, sodass die einzelne Darstellung nicht vorauszuberechnen
ist und sich, wie in der Natur, kein zweites Mal wiederholt. |
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Ins
All
Im Jahre 2004 wird Jakuchu Illusion voraussichtlich ins All aufbrechen.
Der Astronaut Noguchi wird das Werk im Spaceshuttle mitnehmen, um es im Weltraum
auszustellen.
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